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Hanka und Eriks "World on 2 Wheels"

Praktische Tipps – Motorrad

 Übersicht Tipps

 

Umbauten / Zubehör     Gepäcktransport     Reifen     Fahren in großer Höhe     Defekte / Verschleißteile

Unser fahrbarer Untersatz ist eine Honda Transalp XL 600 V, Baujahr 1999. Die Entscheidung für dieses Motorrad fiel leicht, da es schon in unserer Garage stand, bevor wir an die Reise dachten. Doch auch die hohe Zuverlässigkeit, der robuste Aufbau, die entspannte Sitzposition - auch für zwei großgewachsene Personen - und die relativ gesicherte Ersatzteilversorgung im Ausland sprechen für die Transalp als (Welt-) Reisemotorrad.
Nachteile sind in erster Linie das üppige Gewicht (208 kg leer) sowie der hohe Schwerpunkt, wodurch die Geländetauglichkeit stark eingeschränkt wird. Auch die Position der Luftansaugung im Bereich des Hinterrades ist in Anbetracht staubiger Schotterpisten nicht gerade glücklich gewählt. 
Viele weitere Informationen - auch zu den nachfolgenden Umbauten, Zubehör usw. - finden sich auf den Seiten der Transalp-Freunde Deutschland e.V.:
www.transalp.de.



Umbauten / Zubehör

Kettenschmiersystem CLS 200μ (CLS – Chain Lube Systems)
Das automatische Schmiersystem erhöht die Laufleistung des Kettensatzes erheblich (bis 70.000 km laut Hersteller). Gerade bei unbefestigten Straßen hat die ständige Schmierung und gleichzeitige Reinigung direkten Einfluß auf die Lebensdauer. Und wer hat schon Lust, alle paar 100 km zur Sprühdose zu greifen...
Das System arbeitet mikroprozessorgesteuert. Die Elektronik gleicht auch die Fließeigenschaften des Öls bei verschiedenen Außentemperaturen aus. Als Öl wird Kettensägenhaftöl verwendet, das nahezu überall auf der Welt erhältlich ist (am besten dort, wo noch Bäume stehen). Notfalls tut es auch einfaches Getriebeöl. Ölverbrauch ca. 0,5 Liter auf 20.000 km.
Zur Dosierung wird das System auf die verwendete Kettenlänge und die durchschnittliche Außentemperatur eingestellt. Zusätzlich erlaubt ein Drehschalter eine Feindosierung auch während der Fahrt (Erhöhung der Ölmenge bei Regen oder längeren Autobahnfahrten).
Mehr Infos unter
www.cls200.de.

25-Liter-Tank (Honda Africa Twin) mit Unterdruck-Benzinpumpe (Yamaha Teneré)
Die zusätzlichen 7 Liter Tankinhalt plus 2 Liter Reservekanister plus 1 Liter Ben­zin­k­ocherflasche haben wir schon häufig gebraucht. Gelegentlich auch mehr...
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Eine vergrößerte Entlüftungsbohrung im Einfüllstutzen (12 mm) ermöglicht rand­volles Betanken.

Alu-Motorschutz (SW-Motech) mit Werkzeugfach (Edelstahl-Auflaufform)
Sehr zu empfehlen, da das Originalteil aus Kunststoff für rauhe Schotterpisten zu klein und zu instabil ist. Heftige Beulen im 4-mm-Alublech zeugen davon, wie nützlich das Teil ist. Unser patentiertes Auflaufform-Werkzeugfach haben wir auch schon zum Kuchenbacken benutzt.

Hauptständer (Honda)
Eigentlich eine Schande, daß dieses Teil nicht serienmäßig ist. Für Reparaturen, zum sicheren Beladen und zum randvollen Betanken unabdingbar. Nachteil: Die ohnehin schon nicht sehr üppige Bodenfreiheit wird um ca. 5 cm reduziert – Aufsetzer sind an der Tagesordnung. Nachträglich wurden Haupt- und Seitenständer noch mit breiteren Fussplatten versehen, die ein allzuleichtes Einsinken bei losem Untergrund verhindern.

Sturzbügel (Hepco & Becker)
Nicht nur als Schutz gegen Beulen im Tank, sondern auch als zusätzliche Befestigungsmöglichkeit für Seitentaschen und allerlei Zubehör nützlich.

Härtere Gabelfedern (Wirth)
Schon im normalen Straßenbetrieb sind die Originalfedern der Transalp zu schwach ausgelegt.

Härtere Feder hinten (Hyperpro)
Ist ca. 30% härter als das Original und für unser Gesamtgewicht (> 450 kg) sehr zu empfehlen. Bei Tagesausflügen ohne Gepäck über Holperpisten gibt es allerdings schon mal Rückenschmerzen.

Kotflügel vorn höhergelegt (Distanzbleche 4 cm)
Für diese Maßnahme entschieden wir uns, nachdem wir in einer Schlammsenke mit blockiertem Vorderrad unfreiwillig absteigen mußten.

Höhere Frontscheibe (FiveStars)
Für etwas weniger Winddruck und etwas mehr Wetterschutz (bringt aber nicht wirklich viel).

Lenkererhöhung 4 cm (SW-Motech)
Ermöglicht eine entspanntere Sitzhaltung.

Heizgriffe (Polo)
Wie oft wurde Erik darum beneidet!

Klappbarer Schalthebel (Honda Africa Twin)
Bricht bei Stürzen nicht so schnell ab.

Bordsteckdose (Louis)
Zum Anschluß von Akku-Ladegerät oder Zeltlampe.

Alarmanlage (M+S)
Hilfreich gegen allzu neugierige Motorradfans.

Gepäckträgerumbau (Eigenbau)
Der Gepäckträger wurde zugunsten des Sitzkomforts um etwa 10 cm nach hinten verlängert und mit einer abgewinkelten Aluplatte als Auflage für eine große Gepäckrolle versehen. Die Aluplatte dient beim Zelten gleichzeitig als Küchenarbeitsfläche. Zusätzliche Bohrungen ermöglichen hierbei eine sicheren Stand für Campingkocher und Windschutz. Eine abnehmbare Gewindestange als Lampenhalterung sorgt dafür, das uns beim Kochen nicht das Licht ausgeht.

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Gepäcktransport

Alu-Koffer (Touratech) mit Trägersystem (Hepco & Becker)
Die Touratech-Koffer werden von den meisten Motorradreisenden verwendet, die wir getroffen haben. Sie sind relativ leicht (Wandstärke 1,5 mm), dafür bei Stürzen nur mäßig stabil - wir sind froh, einen Hammer zum Ausbeulen dabei zu haben. Andererseits ist es auch nicht verkehrt, eine gewisse Knautschzone zu haben, die früher nachgibt als der Rahmen. Sind Koffer oder Deckel erst einmal soweit verzogen, dass die Deckeldichtung nicht mehr richtig greift, kann es ungehindert hereinregnen. Die Dichtung lässt sich auch kaum wieder hinbiegen – man kann sich in diesem Falle nur mit einer provisorischen Abdichtung (Plastikfolie oder Gummiband) behelfen.
Die Punktschweißnähte reißen auch relativ schnell auf. Einfache Abhilfe unterwegs: aufbohren und vernieten lassen.
Im Vorfeld sollte man die Koffer innen mit Klebefolie auskleiden um Alu-Abrieb zu vermeiden. Außerdem empfiehlt es sich, die Kanten der Bodenplatte mit Silikon abzudichten.
Sehr nützlich finden wir die von Touratech angebotenen passenden Innentaschen für die Koffer. Diese erleichtern das Packen erheblich und man muß im Hotel nicht immer die Koffer abbauen. Beim Zelten hat man dadurch noch zusätzlichen Stauraum verfügbar. Leider ist die Qualität der Taschen nicht gerade vom Feinsten: Die Plastikösen zur Aufnahme der Schulterriemen sind allesamt schon am Flughafen abgebrochen und auch die Tragegriffe sind schon mehrfach aus den Nähten gerissen.
Ebenfalls praktisch sind die Befestigungsösen auf den Kofferdeckeln zum Verzurren zusätzlicher Gepäckstücke. Beim Zelten verwenden wir die Koffer dann auch als Sitzmöbel und/oder Tisch (passende Sitzunterlage aus Iso-Matte schneiden).

Gepäckrolle (Ortlieb Rack-Pack)
Der größte Vorteil gegenüber anderen Gepäckrollen ist die seitliche Öffnung, was das Packen und vor allem das Suchen nach irgendwelchem Krimskrams unheimlich erleichtert. Die Rolle ist sehr strapazierfähig sowie absolut staub- und wasserdicht. Nach staubigen Pisten haben wir Sie einfach gepackt unter die Dusche gestellt - listo!
Sehr praktisch sind auch die 4 Kompressionsriemen (längs- und stirnseitig) sowie die stabilen Tragegriffe plus Schultergurt. Übrigens haben wir das Teil auch schon zum Waschen der sperrigen Motorradklamotten zweckentfremdet.
Fazit: sehr empfehlenswert (ehrlich - kein Sponsorenlob!)

Tankrucksack mit Seitentaschen (Touratech / Hersteller Kahedo)
Sehr strapazierfähig und gut verarbeitet. Praktisch ist das abnehmbare und vor allem rechteckige Kartenfach. Schade nur, dass weder der Rucksack noch die Seitentaschen wasserdicht sind, so dass man sich mit Regenhaube bzw. Plastiktüten behelfen muß. Die Seitentaschen könnten nach unserem Geschmack etwas größer sein. Der Tankrucksack ist vollgepackt ein ziemlich wackeliger Turm, weshalb wir ihn zusätzlich mit einem Spanngurt verzurren.
Leider ist die Gummibeschichtung an der Unterseite des Rucksacks ein nur unzureichender Schutz gegen aufsteigende Benzindämpfe. Proviant deshalb besser woanders unterbringen. Auch die Trägermatte saugt sich gern mit Benzin voll, wenn beim Tanken mal etwas danebengeht. Noch ein Kritikpunkt: Die Klarsichtfolie des Kartenfaches bekommt mit der Zeit blinde Flecken (wahrscheinlich durch scheuernden Staub).

Lenkertasche (Hein Gericke)
Praktisch für Kleinigkeiten, die man unterwegs schnell zur Hand haben will. Bei uns allerding meist als Obst- oder Gemüsefach genutzt, da hier der einzige Platz ist, wo nichts zerdrückt wird.

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Reifen

Metzeler Tourance (radial)
Wir haben uns für den Metzeler Tourance als Erstbereifung entschieden, also einem eher straßenorientiertem Enduroreifen, der dafür durch eine hohe Laufleistung glänzt, die uns dann auch begeistert hat: Wir sind 20.000 km zum Teil sehr verschleißfördernde Pisten ohne eine Panne damit gefahren. Zum Zeitpunkt des Austauschs ging das Profil des Hinterreifens mittig gerade so gegen Null.
Der Vorderreifen hätte es auch noch ein paar tausend Kilometer mehr getan.
Bei Sand und Schlamm ist der Reifen allerdings klar ürberfordert (sehr vorsichtige Fahrweise notwendig) und auch auf Schotter ist er sicherlich nicht ideal. Der Tourance war ein klarer Kompromiss aufgrund seiner hohen Lebensdauer.

Metzeler Enduro 4 (Made in Brazil)
Costa Rica hat ein recht gutes Angebot an Motorradteilen und die Regenzeit lies uns nach neuem Reifenprofil Ausschau halten. Es sollte wieder ein Langläufer sein, zumal jetzt hauptsächlich Asphalt bevorstand. Der Metzeler Enduro 4 versprach das beste Preis-Leistungs­verhältnis. Im Fahrverhalten zeigte er sich ähnlich gutmütig wie der Tourance; nur das Vorderrad bricht auf losem Untergrund gern mal aus. Vom oft beklagten schwammigen Kurvenverhalten im Soziusbetrieb haben wir nichts gespürt.
Schade nur, daß der Reifen so wenig in puncto Langlebigkeit überzeugt. Auf dem heißen Asphalt Zentralamerikas und Mexikos kann man förmlich zusehen, wie er dahinschmilzt. Nach 11.000 km war dann auch schon der nächste Wechsel fällig.

Bridgestone Trailwing 21/22
In den USA gibt es keinen Mangel an brauchbaren Reifen, jedoch sind die Preise recht happig. Der Satz Bridgestones für 134 US$ war da schon ein wahres Schnäppchen. Fahrerisch ist der Reifen sehr ausgewogen und zeigt sich auch bei Nässe - wovon wir in Neuseeland reichlich hatten - ausreichend griffig. Dank des gröberen Profils macht er auf Schotter eine etwas bessere Figur als die beiden Metzeler. Dafür hatten wir mit dem Trailwing erstmals Reifenpannen zu beklagen - einmal genügte schon der Stachel eines bereits überfahrenen Igels. Nach 12 bis 13.000 km waren die Hinterreifen völlig verschlissen, der Vorderreifen hielt 25.000 km.

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Fahren in großer Höhe

Ein Punkt, den wir unterschätzt haben. Gerade im 2-Personenbetrieb mit reichlich Gepäck ist der Leistungsverlust durch die dünne Luft in Höhen ab 3000 m aufwärts enorm. Falls dann noch der Luftfilter verschmutzt (was häufig vorkommt, siehe oben) und die Benzinqualität schlecht ist, heißt es bei extremen Steigungen schon mal: absteigen und mit schleifender Kupplung schieben. Auf Asphalt haben wir uns schon hin und wieder damit beholfen, den Luftfilter auszubauen. Vor der nächsten Tour ins Altiplano würden wir deshalb besser die Vergaser anpassen.

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Defekte / Verschleißteile


0 km

Thermoschalter für Kühlerventilator defekt. Schalter bei Bedarf kurzgeschlossen, später mit Handschalter betätigt.






10.000 km

Kettenrad extrem verschlissen, obwohl Kette und Ritzel noch in Ordnung.
Ursache vermutlich Sand und / oder Materialschwäche. Kettensatz ersetzt



13.000 km

Papierluftfilter nach mehreren Stürzen durch Kondensat aus der Kurbelgehäuseentlüftung verölt und dadurch völlig verdreckt. Luftfilter ersetzt



15.000 km

Sitz des Kettenritzels auf der Getriebewelle ausgeschlagen (Verzahnung im Ritzel und auf der Welle beschädigt. Mögliche Ursachen: Ungleichmässig gelängte Kette, hohe Belastung (Gewicht, Straßen), Qualität von Welle und / oder Ritzel (Verzahnung, Oberflächenvergütung). Passung von Welle und Ritzel durch Werkstatt überarbeiten lassen





20.000 km

Reifenwechsel vorn und hinten (Metzeler Enduro 4). Bremsbeläge hinten ersetzt


23.000 km

Kettensatz ersetzt. Gebrochener Bolzen Federbeinumlenkung ersetzt.


28.000 km

Kettenschmiersystem CLS 200μ (siehe oben) eingebaut


31.000 km

Reifenwechsel vorn und hinten (Bridgestone Trailwing 21/22). Luftfilter erneuert


35.000 km

Batterie, Zündkerzen, Radlager hinten, Lenkkopflager, Bremsbeläge und Bremsbelag-Haltestifte vorn erneuert. Die Haltestifte mit versenkten Imbus-Köpfen und geschlitzter Sicherheits-Madenschraube sind gelinde gesagt ein konstruktiver Schwachpunkt. Die Gewinde korrodieren ausgesprochen leicht und die Schraubenköpfe sind dann sehr schnell überdreht. Ich musste schon zwei Haltestifte ausbohren und kann nur raten, diese rechtzeitig gegen längere Stifte mit überstehenden Sechskant-Köpfen auszutauschen (gibt es bei Honda).




43.000 km

Reifenwechsel hinten (Bridgestone Trailwing 22)



45.000 km

Bremsbeläge und Bremsbelag-Haltestifte hinten erneuert. Undichten Stoßdämpfer repariert.



52.000 km

Kettenritzel ersetzt (gebraucht)

 

 

57.000 km

58.000 km


61.000 km

67.000 km

70.000 km

73.000 km

75.000 km

76.000 km

81.000 km

86.000 km

87.000 km

91.000 km

Reifenwechsel vorn und hinten (MEFO Explorer MFE 99)

Kette und Ritzel erneuert (fremdes Ritzel auf alten Wellensitz angepasst). Benzinpumpe gereinigt und Einbauposition optimiert. Vergaser gereingt

Kettensatz, Radlager vorn und Bremsbeläge hinten erneuert

Zündkerzen erneuert

Bremsbeläge vorn erneuert

Luftfilter und Kettenritzel (16er mangels Originalgroesse) erneuert

Kettenritzel gegen Originalteil erneuert

Bremsbeläge hinten erneuert

Kettenritzel gegen Gebrauchtteil getauscht. Batterie erneuert

Batterieregler und Batterie erneuert

Gebrochener Bolzen Federbeinumlenkung ersetzt. Reifen hinten ersetzt (gebraucht)

Luftfilter erneuert. Tachometerantrieb repariert.


 

 

 

 

Kilometerangaben seit Beginn der Reise. Kilometerstand damals 15.000 km (Reifen, Kettensatz, Bremsbeläge, Luftfilter sowie alle Flüssigkeiten neu).  Öl- und  Ölfilterwechsel sind hier nicht aufgeführt.

 

 

 

 

 

 

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